Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

Aktualisiert: 6. Juni 2019



Titel:  Aristoteles und Dante

entdecken die Geheimnisse des Universums Autor: Benjamin Alire Sáenz Altersempfehlung: Ab 14 Jahre Seitenanzahl: 384 Seiten

ISBN: 978-3-522-20192-6 Übersetzt von: Brigitte Jakobeit Erscheinungstermin: 16.07.2014

Über den Autor

Benjamin Alire Sáenz schreibt Lyrik und Prosa für Erwachsene und Jugendliche. Er wurde für seine Bücher für Erwachsene mit dem PEN/Faulkner Award und dem American Book Award ausgezeichnet. Auch seine Jugendbücher, darunter „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“, erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of Texas in El Paso.

Klappentext

Dante kann schwimmen. Ari nicht. Dante kann sich ausdrücken und ist selbstsicher. Ari fallen Worte schwer und er leidet an Selbstzweifeln. Dante geht auf in Poesie und Kunst. Ari verliert sich in Gedanken über seinen älteren Bruder, der im Gefängnis sitzt. Mit seiner offenen und einzigartigen Lebensansicht schafft es Dante, die Mauern einzureißen, die Ari um sich herum gebaut hat. Ari und Dante werden Freunde. Sie teilen Bücher, Gedanken, Träume und lachen gemeinsam. Sie beginnen die Welt des jeweils anderen neu zu definieren. Und entdecken, dass das Universum ein großer und komplizierter Ort ist, an dem manchmal auch erhebliche Hindernisse überwunden werden müssen, um glücklich zu werden! In atemberaubender Prosa erzählt Sáenz die Geschichte zweier Jungen, die Loyalität, Freundschaft, Vertrauen, Liebe – und andere kleine und große Geheimnisse des Universums entdecken.

Meine Meinung

Ich weiß gar nicht, wie ich beginnen soll, denn über dieses Buch gibt es so viel zu erzählen. Es geht einnem richtig an die Substanz, denn anders als die meisten Jugendbücher regt es wirklich zum Nachdenken an. Besonders deutlich wird, dass Sáenz ein Lyriker durch und durch ist. Mit jeder weiteren Seite wurde mir dies klarer. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas ungewohnt, ich mochte ihn aber zunehmend mehr. Er schrieb sehr bildhaft mit wenig Details. Nur das Nötigste, wie in einem Gedicht eben. Ähnliches zeigt sich auch in den Kapiteln selbst. Diese sind teilweise nur einige wenige Sätze lang und umfassen nicht einmal eine halbe Seite.  Die Protagonisten sind mir echt ans Herz gewachsen, zumal ich mich wirklich sehr mit Aristoteles Mendoza identifizieren konnte. Er macht einen deprimierten Eindruck, introvertiert, ist gern allein und versucht die Welt und ihre Dinge zu verstehen.


„Wahrscheinlich hatte ich es ganz gut. Vielleicht liebten mich nicht alle, aber ich gehörte auch nicht zu denen, die von allen gehasst wurden. Ich konnte mich gut verteidigen, deshalb ließ man mich in Ruhe. Die meiste Zeit war ich unsichtbar. Ich glaube, mir gefiel das so. Und dann kam Dante.“


Ich denke, ich konnte mich so gut mit ihm identifizieren, weil jeder von uns in diesem Alter ähnliche Gedanken hat. Man kennt diese Unsicherheit, das Zweifeln an sich selbst und an der Welt. Statt vieler Freunde sind die engsten Figuren, die mit Ari zutun haben, seine eigenn Eltern, die ich beide als Charaktere unheimlich interessant fand und ich hätte gerne noch mehr über sie erfahren. Mit seiner Mutter, zu der er einen guten Draht hat, teilt er den gleichen trockenen Humor, sein Vater jedoch bleibt ihm zunächst ein Rätsel.  Im Gegensatz dazu ist Dante offen, fröhlich und sehr ehrlich. Die beiden scheinen wie zwei verschiedene Pole eines Magneten, die sich anziehen. Gegensätze ziehen sich in diesem Fall tatsächlich an.  Ein zentrales Thema, um das sich das Buch dreht, gibt es meiner Meinung nach nicht. Am ehesten geht es wohl um das Erwachsenwerden, Selbstfindung, Freundschaft und Liebe. Allerdings können wir auch viel über den Umgang mit der eigenen Familie, Mut und Trauer lernen, daher ist es für mich kein Roman, den ich zu LGBQT Buch zählen würde.  Die ganze Story dümpelt etwas vor sich hin, da es keine spannende Handlung gibt, das tut dem Roman jedoch keinen Abbruch. Trotzdem gibt es den ein oder anderen Moment, der einem eine Gänsehaut beschert oder man einen innehält, weil die Worte zu treffend gewählt wurden. Sáenz Schreibstil ist einfach eben toll, ich kann es nur noch einmal erwähnen! 

 „Warum lächeln wir? Warum lachen wir? Warum fühlen wir uns allein? Warum sind wir traurig und verwirrt? Warum lesen wir Gedichte? Warum weinen wir, wenn wir ein Gemälde sehen? Warum ist unser Herz in Aufruhr, wenn wir lieben? Warum schämen wir uns? Was ist das Ding in unserer Magengrube, das wir Sehnsucht nennen?“

Fazit

Ari und Dante tun eines tatsächlich, sie entdecken die Geheimnisse unseres Universums. Das Buch hat mich wirklich gepackt und ich habe es innerhalb weniger Tage durchgelesen. Es fühlt sich für mich wie eine wahre Bereicherung an dieses Buch gelesen zu haben und ich habe jede Seite genossen, in mich aufgesogen... Dank der Tiefgründigkeit und der wunderbaren, poetischen Sprache hat sich dieser Roman 5 Sterne verdient.

Herzensbuch


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