Blogtour "Ich, du und für immer wir" - Homosexualität im Nationalsozialismus

Aktualisiert: 5. Apr 2019

Willkommen zum Tag 4 der Blogtour zu „Ich, du und für immer wir“! Mein Thema ist „Homosexualität im Nationalsozialismus! Am Ende des Beitrags wartet ein Gewinnspiel auf euch.


Ein Mann, der mit einem andern Mann Unzucht treibt oder sich zur Unzucht mißbrauchen läßt, wird mit Gefängnis bestraft.“ *

So lautet der verschärfte §175 gegen Homosexuelle im Jahre 1935. Menschen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung wurden eine der zahlreichen Opfergruppen des deutschen Nationalsozialismus. Staatsfeinde, in der Ideologie der Nazis, ebenso wie auch Juden, Zigeuner, Zeugen Jehovas, Kommunisten und viele andere Menschen, die in irgendeiner Form "anders" waren beziehungsweise nicht dem nationalsozialistischen Weltbild entsprachen.

Warum wurden Homosexuelle im Nationalsozialismus verfolgt?

Die Hauptgründe  der  Homosexuellenverfolgung  in  der  NS-Zeit  beruhten  auf  der  nationalsozialistischen Rassenideologie. Den Nationalsozialisten ging es vor allem um die „Aufrassung“ und „Arterhaltung“ der eigenen „arischen Rasse“. (Quelle: Progedenkstaetten, s.u.)

Homosexualität  und  Abtreibung  verhinderten die Ausweitung der arischen Rasse. Zur Bekämpfung dieser Neigung wurde 1936 die „Reichszentrale zur  Bekämpfung  der  Homosexualität  und  der  Abtreibung“  errichtet.  Was hat das eine mit dem anderen zutun, wird man sich heutzutage fragen, denn auch kriminalistisch liegen diese beiden Dinge überhaupt nicht nahe. Die Rassenideologie des deutschen Nationalsozialismus sieht das allerdings anders und dies hat einen rein quantitativen Grund: Homosexuelle galten als "bevölkerungspolitische Blindgänger" (Quelle: Progedenkstaetten, s.u.) und  damit als Feinde des deutschen Reiches,  denn  sich  als  Arier  nicht  zu  vermehren  widersprach  der NS-Ideologie. Deswegen  war  zunächst  auch  die  Geheime Staatspolizei zuständig für die Kriminalisierung der Schwulen.

Wie wurden Homosexuelle im Dritten Reich verfolgt?

Ernst Röhm, der Stabschef der Sturmabteilung stand hoch in Hitlers Ansehen. Gleichzeitig war er aber auch Mitglied der Homosexuellenorganisation Bund für Menschenrecht und befürwortete die Abschaffung des Paragrafen 175 -ein offenes Geheimnis. Ende Juni 1934 ließ Hitler die SA-Führung festnehmen. Fortan intensivierte die NSDAP ihre Homosexuellenverfolgung: Die Zahl der Verhaftungen und Verurteilungen schoss rapide in die Höhe. Während es 1933 zu 957 Urteilen gekommen war, waren es 1937 schon 9244. In Berlin richtete die Gestapo ein Sonderdezernat ein, das Listen homosexueller Männer anlegte und sie systematisch verfolgte. Am 12. Juli 1940 ordnete Heinrich Himmler, der Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei, an, "in Zukunft alle Homosexuellen, die mehr als einen Partner verführt haben, nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis/Zuchthaus in ‚polizeiliche Vorbeugehaft‘ zu nehmen". (Quelle: Stolpersteine) Von diesem Zeitpunkt an stieg die Zahl der homosexuellen KZ-Gefangenen deutlich.

Wie erging es den Homosexuellen in den Konzentrationslagern?

Zwischen 10.000 und 15.000 wird die Zahl der Männer geschätzt, die wegen ihrer Homosexualität in Konzentrationslagern gefangen gehalten worden war. Homosexuelle Männer, die eine Freiheitsstrafe abgesessen hatten, konnten ihrer Einweisung in ein KZ entgehen. Dennoch entgingen sie nicht dem körperlichen Züchtigung und Strafe, denn die Voraussetzung hierfür war die Kastration (Entfernung der Hoden). Nach den Regelungen der SS und der Wehrmacht wurde widernatürliche Unzucht mit dem Tode bestraft. In derartigen Fällen kamen Betroffene direkt in ein Konzentrationslager, wo die Opfer auf den Tod warten mussten. Während dieser Zeit im KZ waren sie im besonderen Maße den Schikanen der Wachmannschaften ausgesetzt; so wurden sie den schwersten Arbeitskommandos zugeteilt und Opfer medizinischer Experimente. Dort wurden  die  schwulen  Männer  besonders gekennzeichnet, zunächst  unter  anderem  mit  einem  großen  A  wie  im  KZ  Lichtenburg,  später  nach  Einführung einheitlicher Häftlingskategorien mit dem "Rosa Winkel". Von ihren Mitgefangenen erfuhren sie zumeist keine Solidarität. Ihre Todesrate lag bei 60 Prozent.



Gewinnspiel


Beantwortet mir eine Frage und gewinnt ein tolles Goodiepaket zu "Ich, du und für immer wir" von Sven Krüdenscheidt.


Mit welchem Symbol wurden Homosexuelle in Konzentrationslagern gekennzeichnet?


Schickt mir eure Antwort als PN bei Instagram bis 05.04.2019 um 23:59 Uhr. Es wird zeitnah ausgelost und der Gewinner wir daraufhin benachrichtigt. Viel Glück!



Ihr solltet einen Wohnsitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben. Ich übernehme keinerlei Haftung für den Versand, der Gewinn kann zudem nicht in Bar ausgezahlt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinner wird per Zufallsgenerator ausgelost. Sollte sich der Gewinner innerhalb von 48 Stunden nicht melden, wird ein neuer Gewinner ausgelost. Durch die Teilnahme am Gewinnspiel, erklärt sich der Gewinner bereit, dass sein Name gegebenenfalls in den Social Medien (Facebook usw.) veröffentlicht wird. Ihr solltet mindestens 18 Jahre alt sein oder eine Erlaubnis eurer Eltern vorweisen können. Die Daten des Gewinners werden lediglich für den Versand des Gewinns verwendet und im Anschluss gelöscht.


1 Grau, Günter: Verfolgung und Vernichtung 1933-1945. Der §175 als Instrument faschistischer Bevölkerungspolitik, in: Matthias Grimm (Hg.): Die Geschichte des § 175. Strafrecht gegen Homosexuelle, 1990 Berlin, S.108.



Quellen


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