Die Mitte der Welt



Titel: Die Mitte der Welt

Autor: Andreas Steinhöfel Ausgabe: Taschenbuch / eBook Seiten: 480 Seiten Verlag: Carlsen ISBN: 978-3551353153 Erscheinungsdatum: 23.04.2004 Preis: 9,99€



Klappentext

Was immer ein normales Leben auch sein mag – der 17-jährige Phil hat es nie kennengelernt. Denn so ungewöhnlich wie das alte Haus ist, in dem er lebt, so ungewöhnlich sind auch die Menschen, die dort ein- und ausgehen – seine chaotische Mutter Glass, seine verschlossene Zwillingsschwester Dianne und all die anderen. Und dann ist da noch Nicholas, der Unerreichbare, in den Phil sich unsterblich verliebt.


Story

Der Klappentext sagt schon beinah alles. Über den Klappentext hinaus, passiert nicht sehr viel in die Mitte der Welt. Wir begleiten den 17-jährigen Phil auf einem Teil seines Weges zum Erwachsenwerden. Im Zentrum der Geschichte steht seine Familie, die aus ihm, seiner Zwillingsschwester Dianne und seiner Mutter besteht. Ihren Vater haben sie nie kennengelernt und Glass schweigt sich über ihn aus. Er bleibt ein Mysterium und ein Geheimnis für Phil. Die neuen Liebschaften, die Glass mit nach Hause bringt, werden zu einem Störfaktor innerhalb der Familie und besonders Dianne eckt ganz schön mit ihrer Mutter an. Der Leser begibt sich hierbei auf die Ebene von Phil, denn auch ihm bleibt es zunächst schleierhaft, warum seine Schwester Glass zu hassen scheint. Die einzig beständige Person in seinem Leben scheint Kat zu sein, seine beste Freundin, die ihm auch zum ersten Mal von Nicholas erzählt. Dieser kommt neu auf die Schule, in die Phil geht. Sofort hat er sich in den gutaussehenden, aber etwas zurückhaltenden Nicholas verguckt. Aber so einfach ist das Ganze leider nicht…


Handlung & Stil

Die Handlung hat mich persönlich kaum überzeugt. Die Geschichte dümpelt nur so vor sich hin und ich habe nur darauf gewartet, dass etwas passiert, dass sich die Geschichte entwickelt, dass sie wächst. Aber sie bleibt klein, wenig tiefgründig, es wird angerissen, aber nicht ausgeführt. Das Einzige, was mich an der ganzen Story interessiert hat, war Dianne und ihre persönliche Geschichte, die leider viel zu wenig ausgeführt wurde. Die Rückblicke in die Kindheit, fand ich gut gelungen, aber leider zu oft an eine falsche Stelle platziert. Meiner Meinung nach, haben sie den Lesefluss nicht unterstützt, sondern immer wieder unterbrochen. Trotzdem waren sie interessant. Von dem Handlungsstrang mit Nicholas habe ich mir mehr erhofft. Hier war ich schlichtweg enttäuscht. Der Klappentext war vielversprechend, allerdings hält die Geschichte nicht daran fest. Schade…

Beim Stil bin ich zwiegespalten und kann mich nicht recht darauf einigen, was ich gut und was schlecht fand, da mich die Story leider so gar nicht mitgerissen hat. Dabei bin ich mit so vielen Erwartungen an dieses Buch gegangen. Vielleicht war gerade das der Fehler? Den Schreibstil von Steinhöfel fand ich gut, die Sprache sehr ausgewählt. Ich mochte die Art, wie er die Dinge schildert. Das Geheimnis um Dianne und Glass hat mich gepackt und er hat es bis zum Ende spannend gemacht.


Charaktere

Überraschend würde ich sagen. Phil mochte ich sehr. Er war einfach der nette Junge von nebenan, der keine weiteren Probleme macht. Ein Junge eben, mit dem man sich gut identifizieren kann. Obwohl der Klappentext doch behauptet, dass er sich Knall auf Fall in Nicholas verliebt, hat mir die Liebe sehr gefehlt. Gefühle und innere Vorgänge werden kaum beschrieben, daher bleiben die Charaktere oberflächlich und schwer zu erreichen. Wie schon gesagt, hat mich die Figur der Dianne am meisten gepackt. Aber auch Kat war eine sympathische Figur, über die ich gerne mehr gelesen hatte.


Sonstiges

Ich schreibe grundehrliche Rezensionen, die meine persönliche Meinung wiedergeben. Das vorausgesagt. Daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum der Roman für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert wurde. Vielleicht habe ich keinen Zugang zur Geschichte gefunden oder betrachte ihn aus einem falschen Blickwinkel? Möglich wärs. Für mich bleibt der Roman trotz dessen eher mittelmäßig. Mann und Frau kann ihn gelesen haben… muss aber nicht sein. Die Geschichte lässt einen irgendwie unbefriedigt und mit vielen Fragezeichen zurück. Aber selten habe ich so viel über einen Roman nachgedacht 😉




Den Film fand ich dagegen echt gelungen. Einer der besten deutschen Filme, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Das Beste, was das Buch zu bieten hat, wurde gefiltert und zusammengesetzt. Man hat nicht das Gefühl, dass etwas verloren gegangen ist. Echt eine tolle Umsetzung mit wahnsinns Besetzung, die ihre Rollen ausnamslos fantastisch rüberbringen. Ich bin ein großer Fan von diesem Film. Absolut lohnenswert! 💙

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