Die Sache mit den Rezensionsexemplaren


Blogger sein. Das klingt immer nach Glitzerwelt, Schaumbädern im Kerzenlicht und Geld verdienen. Wir leben in einer Zeit, in der Influencer -wie wir sie nennen- dafür bezahlt werden, dass sie ein Produkt auf ihren Kanälen vorstellen.

Ich für meinen Teil -und so wird es den meisten anderen Buchbloggern auch gehen- bekomme kein Geld für meine Beiträge. Was wir bekommen sind Rezensionsexemplare.

Toll oder? Das finden auch immer die Leute, die unsere Wohnung betreten und das große Bücherregal sehen, aber es gibt auch negative Seiten. Klar, das Lesen ist nach wie vor eine meiner größten Leidenschaften. Und ja, ich habe nur einen Bruchteil der Bücher, die dort drin stehen, selbst bezahlt. Ganz klar eine Win-win Situation, oder nicht? Am Anfang meines Buchblogger-Daseins sah ich das ganz genauso, heute denke ich allerdings anders darüber.


Schauen wir uns doch einmal die Voraussetzungen für ein Leseexemplar bei einem großen, deutschen Jugendbuchverlag an:


"Mindestvoraussetzung für eine Zusammenarbeit sind in einem solchen Fall

aber mehr als 2.500 Fans, Follower oder Abonnenten."


Ich muss also schon eine ziemlich große Reichweite mitbringen, um überhaupt ein Rezensionsexemplar anfordern zu dürfen, denn Verlage erwarten nicht nur eine Rezension des Buches, sondern möchten natürlich, dass der Titel auch auf allen Kanälen präsent ist. Es wäre also neben einer Rezension schön, wenn wir noch in unseren Storys darauf verweisen, ein Posting für den Feed vorbereiten, und die Rezension auf anderen Plattformen wie Amazon oder Lovelybooks streuen.

Immerhin bekommen wir das Buch kostenlos, da sollte das bisschen Aufwand doch drin sein, oder? Um Kosten zu sparen, das Buch aber dennoch an möglichst viele Blogger zu schicken, versenden die meisten Portale, Verlage und Autoren mittlerweile nur noch E-Books - die meisten davon haben einen Wert zwischen 1,99-4,99€. Auf ein kleines Dankeschön in monetärer Form dürfen wir nicht hoffen, dabei stecken im Schreiben der Rezension, dem In-Szene-setzen des Buches, dem Fotografieren, Bearbeiten und Posten viel mehr Arbeit als man denken mag.



Mittlerweile habe ich das Gefühl, Verlage sehen mich als ihre persönliche Werbeplattform, denn mir werden auch unaufgefordert Bücher zugesandt, die ich nicht angefragt habe. Auch hier verlangt man natürlich von mir, dass ich das Buch entsprechend rezensiere. Ich kann euch offen und ehrlich sagen: Das mache ich schon seit einiger Zeit nicht mehr und ich lasse mich auch nicht unter Druck setzen. Wenn mich ein mir zugesandtes Buch wirklich interessiert, dann lese ich es, andernfalls wandert es unbesprochen im (virtuellen) Bücherregal.



Die guten Seiten der Rezensionsexemplare

Ich wäre der Letzte, der von Rezensionsexemplaren abraten würde, denn durch diese Möglichkeit habe ich schon das ein oder andere Schätzchen entdecken dürfen. Mich haben auch schon Bücher erreicht, die ich in der Buchhandlung vielleicht nie in die Hand genommen hätte. Hin und wieder bekommen diese Bücher nicht einmal die Chance, in einer Buchhandlung zu stehen, wenn sich um Selfpublishing-Werke handelt. Ich liebe es, besonders kleine Autoren und Selfpublisher zu unterstützen, die ich durch diese Zusammenarbeit kennen und schätzen gelernt habe.



Mein Fazit

Rezensionsexemplare sind eine tolle Sache, aber verliert euch nicht darin, ein um das andere Exemplar anzufragen. Mit dem SuB wächst auch die Belastung. Was bringt es schon hunderte von Büchern im Regal stehen zu haben, die euch nicht wirklich interessieren, denen ihr aber eine Rezension schuldig seid? Lesen soll nach wie vor eines: Spaß machen.



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