Ein Einblick in mein Studium: Stress, Verzweiflung und Hingabe

Hallo ihr Lieben, 

heute gibt es mal einen ganz anderen Blogbeitrag. Ich habe schon einige Nachrichten von euch meines Studium betreffend bekommen.Vor einigen Jahren stand ich  genau am gleichen Punkt meines Lebens wie vielleicht ihr nun und hatte mit der Frage zu kämpfen: Abitur geschafft, und was nun? Für mich kam nur eins in Frage: Studieren! Und was? Das stand schon lange fest. (Sehen wir mal von der Tatsache ab, dass ich bis ich 14 war, unbedingt Archäologe werden wollte xD ) Wie mein Studium nun so abläuft, was ich da genau mache und wie es mir gefällt... das erfahrt ihr jetzt!

Studieren ist eine ganz andere Welt, lasst euch das gesagt sein. In der Schule wird einem auf gut deutsch gesagt "der Arsch nachgetragen" und man wird ständig an alles erinnert, man bekommt einen Stundenplan in die Hand gedrückt und hat keine andere Wahl als mit Anwesenheit zu glänzen. Im Studium?! Wo kriege ich meinen Stundenplan her, welche Kurse muss ich besuchen, was zum Teufel sind bitte Credits und wie schreibe ich eine Hausarbeit!!! Die erste Zeit an der Uni war für mich sehr schwierig, obwohl ich immer ein sehr selbstständiger Mensch war, aber niemand hilft einem und man ist  auf sich  alleingestellt. Das war schon wirklich heftig, vielleicht habe ich auch deswegen zunächst einen falschen Studiengang gewählt. Jedenfalls mein Nebenfach war dann doch nicht das Gelbe vom Ei. Ich hatte Geschichte belegt, ein Thema was mich nach wie vor brennend interessiert, aber fürs Studium? Nein danke. Für eine Klausur musste ich mal 27 Forschungstexte von verschiedenen Autoren lesen, 1 davon war auf Latein, 3 auf Englisch und 4 auf Französisch und mein Französisch beschränkt sich auf "je ne sais pas" =D. Im dritten Semester bin ich dann auf Gender Studies umgestiegen, nicht unbedingt etwas, was mich brennend interessiert, aber es ließ sich besser mit meinem Hauptfach vereinbaren. 


Was mein Hauptfach überhaupt ist? Deutsche Literatur, jedenfalls war es das in meinem Bachelor, den ich mittlerweile erfolgreich abgeschlossen habe und das sogar mit einer passablen Note. Die meisten haben mich gefragt, was der Unterschied zu Literaturwissenschaft ist. Da gibt es kaum einen, außer der Tatsache, dass man sich auf deutsche Texte beschränkt, tadaa, wer hätte das jetzt wohl gedacht! Zudem kann man einen Schwerpunkt wählen, neuere oder ältere deutsche Literatur. Und obwohl neuere deutsche Literatur bei vielen bevorzugt wird, zum großen Teil deswegen, weil es viel einfacher und weniger zeitaufwendig ist, habe ich mich für die ältere entschieden. Aus dem Grund, weil ich mich somit wieder ein bisschen mit Geschichte beschäftigen konnte und ich die mittelalterlichen Texte wahnsinnig spannend finde. Der einzige Nachteil: man muss dafür Mittelhochdeutsch lernen.

Aber ihr versteht mich sicher, denn wer hat nicht Percy Jackson gelesen oder zumindest gesehen? Geschichten um Mythen, Götter, Helden und magische Artefakte und mysthische Wesen? Das sind ganz andere Welten, in die ich da abtauchen kann, auch wenn es mit einer Menge Arbeit und Konzentration verbunden ist. Ich liebe es einfach, mir alte Handschriften anzuschauen und darüber zu staunen wie viel Herzblut damals in solche Werke gesteckt wurde. Das ist für mich wahre Literatur!

Mittlerweile  bin ich im 2. Mastersemester Germanistik und auch jetzt beschäftige ich mich hauptsächlich mit mittelalterlicher Literatur. Dafür schlägt einfach mein Herz. Ich plane derzeit schon fleißig meine Masterarbeit neben einigen Modularbeiten und Forschungsbeiträgen, die veröffentlicht wurden (--> findet ihr z.B. HIER

). Ich hoffe natürlich, dass ich mein Studium erfolgreich abschließen werde, aber ein wenig traurig werde ich natürlich schon sein, wenn es erst einmal vorbei ist.

Apropos... ich war nie ein klischeehafter Student, der ständig feiern geht und 10 Semester für einen Studiengang braucht und frage mich immer woher so ein Gerücht überhaupt kommt? Möglich, dass es so ein Studium gibt, in dem man viel faulenzen kann, aber Literaturwissenschaft ist mit harter Arbeit verbunden, viel harter Arbeit. Man schreibt unzählige umfangreiche Hausarbeiten und muss irgendwelche Studienleistungen erbringen, viel Zeit für etwas anderes bleibt da nicht. Das sollte einem bewusst sein, bevor man das Studium beginnt und vielleicht merkt, dass es einem über den Kopf wächst. Hätte ich noch einmal die Wahl mich zu entscheiden, dann würde ich es genauso wieder machen, denn Literaturwissenschaft zu studieren ist doch für jeden Bücherfreund ein Traum.

Falls ihr euch mittelalterliche Texte sehr konservativ, zäh und trocken vorstellt... hier ein paar Bildchen, die das Gegenteil beweisen. 

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