Eine Reihe betrüblicher Ereignisse

Originaltitel: Lemony Snicket's A Series of Unfortunate Events (2017)

Erstaustrahlung am 13.01.2017 bei Netflix

Darsteller: Neil Patrick Harris (Graf Olaf), Patrick Warburton (Lemony Snicket), Joan Cusack (Justice Strauss), Malina Weissman (Violet Baudelaire), Louis Hynes (Klaus Baudelaire), K. Todd Freeman (Mr. Arthur Poe), Aasif Mandvi (Uncle Monty)

Produzenten: Cindy Holland, Daniel Handler, Barry Sonnenfeld

Basiert auf der gleichnamigen, 13-teiligen Buchreihe

Autor: David Handler (Lemony Snicket)

Regisseur: Barry Sonnenfeld

Staffeln: 1

Anzahl der Episoden: 8


✫✫✫✫✫ STERNE


Potential für eine neue Lieblingsserie 

Seit vielen Jahren ist die Buchserie Eine Reihe betrüblicher Ereignisse ein beliebtes Kinder-/ Jugendbuch. Schon einmal fand die Geschichte ihren Weg auf die Kinoleinwand. 2004 erschien die Verfilmung auf der Kinoleinwand, erfreute sich allerdings nur an mäßigem Erfolg, daher wurde von einer Fortsetzung abgesehen. Schade, denn ich war schon damals ein riesen Fan von dem Film.Wie wir ja bereits wissen, nimmt sich Netflix neuerdings den alten Schinken an und inszeniert sie neu. An dieser Stelle ein wahnsinns Erfolg, wie ich finde.


Handlung

Eine Reihe betrüblicher Ereignisse erzählt die Geschichte der Geschwister Violet (Malina Weissman), Klaus (Louis Hynes) und Sunny Baudelaire (Louis Hynes), die eines Tages ihre Eltern bei einem Feuer verlieren. Der Banker Poe nimmt sich ihrem Fall an und vermittelt sie an einen den "nächsten" lebenden Verwandten. Leider macht er den Fehler, nicht nach dem nächsten Verwanften im Stammbaum zu suchen, sondern nach dem, der am nächsten wohnt. Als neuer Vormund wird ihnen der entfernt verwandte Graf Olaf (Neil Patrick Harris) zugeteilt, in dessen Haus sie nun leben müssen. Graf Olaf stellt sich als selbstsüchtiger und grausamer Mann heraus, dem es nur darum geht, das beträchtliche Vermögen der Kinder zu stehlen, das ihm zur Verfügung steht, sobad Violet das 18. Lebensjahr erreicht hat. Die drei Baudelaires entdecken schon bald Olafs finstere Pläne. Da ihnen jedoch kein Erwachsener glauben möchte, sind sie vollkommen auf sich allein gestellt und müssen sich ein ums andere Mal gegen Olaf behaupten.

Stil 

Zugegebenermaßen bin ich ein großer Fan von den Tim Burton Filmen. Es hat die Gabe düstere Szenen zu entwerfen, die gleichzeitig fantatisch und ästethisch sind und Ähnliches fand auch bei Eine Reihe betrüblicher Ereignisse wieder, auch wenn Burton seine Finger nicht im Spiel hatte. Die Drehbücher der Adaption stammen von Daniel Handler, der auch schon unter dem Pseudonym Lemony Snicket die Buchreihe verfasst hat. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass die Serienhandlung sehr treu den Büchern folgt. Die insgesamt acht Episoden erzählen die Geschichte der ersten vier Bücher, wobei jedes Buch auf jeweils zwei Episoden aufgeteilt wurde.

Das Setting selbst und die Art und Weise, wie Eine Reihe betrüblicher Ereignisse erzählt wird, gehören ohne Zweifel zu den Highlights. Die Welt, die auch aus einem Wes-Anderson-Film hätte stammen können, ist wunderbar stimmig und atmosphärisch. Man merkt, dass Netflix sich die Produktion hat einiges kosten lassen, was sich in schönen Schauwerten widerspiegelt. Zugegeben, die Macher setzen dabei viel auf CGI, wirklich negativ fällt dies aber nicht auf, denn die Geschichte ist nun einmal sehr fantastisch und wäre andernfalls schwer umzusetzen gewesen.

Alles ist sehr düster und grausig umgesetzt, das lockert der unterhaltsame Erzähler Lemony allerdings immer wieder auf. Die Art wie er eingesetzt wird hat mich absolut überzeugen können, denn er taucht mit ins Geschehen ein und wird Teil der Szene, statt nur eine Stimme aus dem Off zu sein. Lemony Snicket unterbricht die Geschichte immer wieder, um in seinen Auftritten etwas zu erklären, wobei er gern etwas abschweift. Er fordert den Zuschauer zudem ständig dazu auf, die Serie doch lieber aufzuschalten, denn es gäbe kein Happy End. Genau das hat mich dazu veranlasst, die 8 Folgen innerhalb von 2 Tagen durchzuschauen =D.

Kritik habe ich daher nur wenig und das gilt in keinster Weise der Umsetzung. Das einzige, was auf "Dauer" vielleicht etwas negativ sein könnte, wäre die repetitive Erzählweise.  Das Grundkonzept wiederholt sich praktisch ständig. Die Baudelaires kommen zu einem neuen Vormund, Graf Olaf taucht in einer Verkleidung auf, die Baudelaires erkennen ihn sofort, niemand glaubt ihnen und am Ende können sie trotzdem seinen Plan vereiteln. Im Grunde kennt man als Zuschauer daher schon den nächsten Handlungsschritt und wird daher nur selten total überrascht sein.


Charaktere und Schauspieler 

Wie es meistens der Fall bei mir ist, schaue ich einen Film ohne mir vorher die Darstellerliste und den Trailer zu schauen. Ich möchte völlig unvoreingenommen an "Ver"-filmungen gehen, wenn sie ein Buch als Grundlage haben. 

Und ich wurde überrascht! Denn die Schauspieler sind absolute Sahne! Niemals hätte ich damit gerechnet, dass ich Neil P. Harris als Olaf sehen würde. Und neben ihm treten eine ganze Reihe von bekannten Schauspielern auf die Bühne, die ihre Rolle erstklassig spielen. Er ist, Schande über mein Haupt, einer meiner Lieblingscharaktere in der Netflix Serie, denn sein Schauspiel ist hier wirklich grandios und unvergleichlich. Seine Beste, wie ich behaupten möchte. Ich habe ihn kaum wiedererkannt (Graf Olaf bleibt also weiterhin inkognito =D) Der Witz und Charme von "Barny" bleiben ihm allerdings erhalten und haben bei mir für einige Lacher gesorgt. Ich denke hier gibt es nur zwei Möglichkeite, man liebt ihn oder man hasst ihn. 

Aber auch die beiden Kinderdarsteller Malina Weissman und Louis Hynes leisten, trotz ihrer jungen Jahre, sehr gute Arbeit. Dazu kommt eine Reihe von Gastdarstellern wie Joan Cusack, Alfre Woodard, Don Johnson oder Aasif Mandvi, die ebenfalls tolle Arbeit geleistet haben. 


Fazit

Mich hat die Serie mitreißen können und ich bin wahnsinnig gespannt auf die 2. und 3. Staffel, die beide schon genehmigt wurden. Sicherlich werde ich die ersten 8 Folgen nicht zum letzten Mal gesehen haben, denn es gibt so viel zu sehen, kleine Easter Eggs, Insider und die Kulisse muss einfach intensiv bestaunt werden. Wir haben einen sehr großen Fernseher und selbst darauf habe ich mir manchmal gewünscht, dass ich alles etwas näher betrachten könnte. Es gab damals, vor langer langer Zeit, PC-Spiele mit dem Namen Mathicus, Physicus, Biolab und Chemicus.  Das waren Rätselspiele mit sehr vielen Kleinigkeiten und liebe fürs Detail. Mich hat die Szenerie in Eine Reihe von betrüblicher Ereignisse wirklich sehr daran erinnert, denn es gibt immer wieder Dinge, die man vorher noch nicht wahrgenommen hat. Für mich wirklich ein Highlight in der Serienwelt im Jahr 2017!


10 Ansichten
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