Negative Rezensionen aus Blogger- und Autorensicht


Alleine in Deutschland leben ungefähr 82,79 Millionen Menschen. 82,79 Millionen Menschen mit unterschiedlichen Vorlieben, Geschmäckern, Interessen, Vorstellungen, Abneigungen. Da ist es ganz logisch, dass die Bücher, die man liebt, von anderen eben nicht geliebt werden.


Ich mag Bookstagram und den Austausch, der dort stattfindet sehr, und dennoch muss ich hin und wieder mit den Augen rollen, denn es ist anstrengend sich ständig für seine Lesevorlieben rechtfertigen oder seine Meinung erklären zu müssen.

Während alle Laura Kneidl feiern, kann ich ihren Büchern groß nichts abgewinnen und das ist okay! Ich habe in den ein oder anderen Titel reingeschnuppert und kann mit Sicherheit sagen, dass die Bücher nichts für mich sind. Schreibe ich deswegen eine schlechte Rezension und lasse mich darüber aus, dass sie mir nicht gefallen? Nein. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, dann breche ich es ab und damit ist die Sache für mich gegessen. Kenne ich den Autoren zufällig persönlich, dann sage oder schreibe ich ihm meine Kritik persönlich.


Eine äußerst schlechte Rezension habe ich persönlich noch nie geschrieben und das liegt nicht daran, dass ich nicht kritisch wäre. Das bin ich, schließlich habe auch 6 Jahre lang Literaturwissenschaft studiert, aber meine Rezensionen funktionieren nach einem fairen System. Ich sehe das Werk in sich und vergleiche einen Autor, der gerade sein Debüt geschrieben hat, nicht mit einem Fitzek oder einer J.K.R., die Jahrzehnte von Erfahrungen aufweisen. Ich bin auch kein Rezensent, der Cover, Klappentext oder andere Dinge, auf die ein Autor meist keinen Einfluss hat, mit in die Bewertung einfließen lässt.

Natürlich sind Rezensionen immer eine subjektive Meinung, aber man kann auch kritisieren und fair bleiben, denn was sich für den einen als Fehlkauf herausstellt, kann für den anderen ein Herzensbuch sein. Denkt immer daran, dass der Ton die Musik macht und seid euch sicher, dass ihr dem Autor die Kritik auch so wie sie ihr geschrieben habt, ins Gesicht sagen würdet. Denn seid euch sicher, Autoren lesen die Rezensionen und Bewertungen, egal wie erfolgreich sie sein mögen und das tun alle potentiellen Käufer und Leser auch.


Besonders schade finde ich es, wenn ich solche Rezensionen lesen muss. Ist das eine subjektive Meinung? Natürlich. Ist das eine faire Rezension? Nein.

Wie fühlt man sich, wenn man als Autor so etwas über sein Buch lesen muss, in das man viel Zeit und Herzblut gesteckt hat? Schließlich kann er daraus so rein gar nichts lernen, er weiß nicht, woran er arbeiten kann oder was genau dem Leser missfallen. Solche Rezensionen tun weh -das kann ich aus Erfahrung sagen. Dabei ist es gar nicht so schwer, substantiiert dazulegen, was einen gestört hat und warum es einem nicht gefallen hat; das ist absolut legitim und sollte auch akzeptiert werden. Kann man nicht dennoch höflich und respektvoll miteinander umgehen?



Die unterschiedlichen Arten von Rezensionen

Als Leser, Blogger und Autor achte ich mittlerweile vor allem darauf, um was für eine Rezension es sich handelt, denn hier kann man klar unterscheiden.


1. Eine Rezension ohne Bezug

Die findet man besonders auf Amazon und bestehen meist aus ein oder zwei Sätzen.

Ein Beispiel: "Das Buch kam beschädigt bei mir an. Schlechter Versand."


2. Kritik ohne Aussage

Das Bild von oben verdeutlicht eine solche Rezension recht gut. Hier wird nur eines klar, dem Leser hat das Buch nicht gefallen. Was die konkrete Kritik ist, bleibt jedoch für alle immer ein Geheimnis.

Ein potentieller Käufer orientiert sich eher an den sachlichen und ausführlichen Bewertungen.


3. Ausführliche, negative Kritik

Jeder Autor freut sich darüber, wenn sich ein Leser ausführlich mit seinem Buch auseinandersetzt. Weniger erfreulich ist es natürlich, wenn die Bewertung des ganzen Romans negativ ausfällt. Man kann also Autor nur eines tun: Die Kritik annehmen und versuchen, sie im nächsten Buch umzusetzen. Natürlich lassen sich 1 oder 2 Sterne Rezensionen selbst bei Bestsellern finden, denn hierbei handelt es sich um das Berufsrisikos des Autors. Das Buch kann schließlich nicht jedem gefallen.


4. Unfaire und persönliche Kritik

Jeder hat mal einen schlechten Tag und viele Leute versuchen ihrem Ärger Luft zu machen. So ist schon die ein oder andere Rezension entstanden und meist merkt man gleich, ob der Kritiker sich in etwas hereingesteigert hat oder herablassend wird. Gegen unfaire Rezensionen kann man bei Amazon vorgehen und diese über den Button „Missbrauch melden“ (mit genauer Begründung) bemängeln. Leider reagiert der Online Händler auf solche Meldungen nur sehr selten und lässt „Rezensenten“ eine sehr große Freiheit.


Lesen und lesen lassen! :)




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