Rezension "Die zehn Lieben des Nishino"

Klappentext

Wenn Nishino küsst, bleibt die Welt stehen. Aber kann er auch lieben? – Der neue Roman von Hiromi Kawakami.

Nishino ist der perfekte Liebhaber, der die geheimen Wünsche jeder Frau errät. Warum hat keine seiner Lieben Bestand? Es beginnt schon in der Schule. Warum ist die Welt so unendlich? fragt Nishino seine Freundin, um sie gleich mit der nächsten zu betrügen. Ein Mädchen spricht ihn auf der Straße an und will sofort Sex mit ihm. Seine Chefin hat sich geschworen, nichts mit ihm anzufangen, bis er sie aus heiterem Himmel verführt. In seinen Fünfzigern möchte er zusammen mit einer jungen Geliebten sterben, doch so weit will sie nicht mit ihm gehen. "Die zehn Lieben des Nishino" erzählt nicht nur von diesen zehn Beziehungen, sondern – poetisch und genau – vom Verhältnis zwischen Mann und Frau.



Die Autorin

Hiromi Kawakami ist 1958 in Tokio geboren. Sie hat Naturwissenschaften studiert und Biologie unterrichtet, bevor sie mit dem Schreiben begann. Heute zählt sie zu den populärsten Schrifstellerinnen Japans. Bei Hanser erschienen die Romane «Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss» (2008), «Herr Nakano und die Frauen» (2009), «Am Meer ist es wärmer» (2010) und «Bis nächtes Jahr im Frühling» (2013).



Meine Meinung

Er liebt sie, er liebt sie nicht, er liebt sie…?


Der Titel „Die zehn Lieben des Nishino“ lässt erahnen, wovon dieser recht kurze Roman handelt. In zehn Kapiteln erzählen zehn verschiedene Frauen von ihrer Verbindung zu Nishino. Obwohl Nishino eindeutig im Mittelpunkt steht, erzählen die Frauen aus der Ich-Perspektive, jede von ihnen enthüllt etwas aus einem anderen Lebensabschnitt des Mannes. Dies geschieht allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge. Das ergibt ein kleines Potpurri seiner Lebensgeschichte, die man so im Nachhinein in der richtigen Reihenfolge zusammensetzen muss.

Wie so oft wurde ich von dem Schreibstil der Japaner überwältigt und war absolut begeistert. Knapp und klar, schnörkellos, ja manchmal sogar etwas einsilbig wird dem Leser das Geschehen präsentiert. Und doch überzeugt die Autorin Hiromi Kawakami mit einer poetischen und bildhaften Sprache, die selbst in den kürzesten Sätzen zum Ausdruck kommt. Jede der zehn Geliebten bekommt ihre eigene Sprache, der Unterschied wird nur subtil deutlich, ist aber herauszulesen. Eine gewisse unterschwellige Melancholie und Traurigkeit aufgrund verschiedener Probleme haben alle gemeinsam.

Nishino hingegen wird durchweg unterkühlt und etwas distanziert dargestellt und dennoch ist da Etwas, das von ihm ausgeht, dem die Frauen nicht widerstehen können. Er besitzt einen reizvollen, geheimnisvollen, undurchschaubaren Charakter, der ihn für den Leser für ein kleines Mysterium macht, dem man auf den Grund gehen will. Schnell deutlich wird allerdings, dass sich Nishino oft und schnell verliebt oder sich gerne in einem Zustand befindet, den er als Liebe interpretiert. Dabei erscheint seine Liebe eher wahllos als zielgerichtet, genauso wie die Auswahl der Frauen, die sich reihenweise in ihn verlieben.

Überzeugen kann der Roman mit seinem Aufbau und dem poetischen Schreibstil. Die Charaktere hat man allerdings schnell wieder vergessen. Das Thema der vagen Liebe bleibt zentral und man kommt nicht umhin, sich die Frage zu stellen, was Liebe überhaupt ist. Eine Antwort gibt der Roman jedoch nicht. Und trotzdem kann in diesem Buch versinken, in die Geschichte mit diesen interessanten Charakteren eintauchen und den Geheimnissen von Nishino auf den Grund gehen.



Lieblingsstück



Vielen Dank an Hanser Literaturverlage für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.




Titel: Die zehn Lieben des Nishino

Autorin: Hiromi Kawakami

Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Umfang: 192 Seiten

ISBN-10: 3446261699

Preis: 20,00€







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